Ich habe einige E-Mails erhalten, dass die thailändische Bezeichnung des Wortes "Ladyboy" nicht Gathoey, sondern Kathoey sei. Nun ja - sei wie es sei. In diesem Zusammenhang hat mich jemand auf einen sehr guten Film zu diesem Thema aufmerksam gemacht, der den Titel "Beautiful Boxer" trägt.
Zunächst zur "G oder K" Frage. Es gibt keine allgemeingültige Transkribierung des thailändischen Alphabets in das lateinische. Allein schon aus diesem Grunde ist es also reine Geschmacksache von "Kathoey" oder "Gathoey" zu schreiben. Ich selbst kann Thai zwar halbwegs gut sprechen, habe aber so gut wie keine Schriftkenntnisse. Die Schwierigkeit derartiger Übersetzungen zeigt beispielsweise, dass auch der thailändische Staat nicht weiss, ob er die Autofahrer in Bangkok nach Pattaya, nach Phattaya, nach Phataya oder wo auch immer hinlotsen soll...
Wer sich mit dem thailändischen Verständnis vom "Mann-Frau sein" auseinandersetzen will, dem sei der Film "Beautiful Boxer" von Ekachai Uekrongtham aus dem Jahr 2003 empfohlen. Er behandelt in sehr tiefgreifender und bewegender Art und Weise die wahre Geschichte von Parinya Charoenphol, in Thailand besser bekannt als "Nong Toom". Der Film zeigt die Lebensstationen von Parinya Charoenphol von früher Kindheit an und seinen Weg zu einem der berühmtesten Thai-Boxer der Nation. Auf dem Höhepunkt seiner Kampflaufbahn im Bangkoker Lumpini-Stadion geht Nong Toom mit seinem Wunsch an die Öffentlichkeit eine Frau zu werden, als die er sich seit Geburt an fühlt. Letztlich vollzieht er diesen Schritt auch und tritt vom Thai-Boxen zurück.
Es sei an dieser Stelle nochmals grundsätzlich darauf hingewiesen, dass Kathoeys (!) in Thailand als Bestandteil der Gesellschaft - im Gegensatz zu westlichen oder gar arabischen Ländern - weitestgehend akzeptiert sind. Die Geschichte von Nong Toom hat aber deswegen in Thailand eine besondere Bedeutung, da zwei vollkommen unvereinbare Phänomene zusammentreffen: Das Thai Boxen als eine der Grundfesten thailändischen Selbstverständnisses auf der einen und der schöne und vom Grundsatz her auch durchaus akzeptierte Kathoey auf der anderen Seite (aber doch nicht beim Boxen...).
"Beautiful Boxer" zeigt in sehr anschaulicher Weise die Entwicklung eines kleinen Jungen, der gerne Lippenstift trägt, zu einem der berühmtesten Kickboxer des Landes. Der innere Geschlechtskonflikt, der schließlich zur Operation und zum Rücktritt führt, wird ebenfalls sehr glaubhaft dargestellt. Zwischen harten Kämpfen und leisen Emotionen wird die Geschichte von Nong Toom beschrieben, der im wahrsten Sinne des Wortes darum kämpfen musste eine Frau zu werden.