Am heutigen Samstag findet bereits zum 30. Mal der Christopher Street Day in Berlin statt. Rund 500.000 Besucher werden zu diesem wichtigsten Kundgebungs- und Feiertag der weltweiten Schwulen- und Lesbenbewegung erwartet. Das diesjährige Motto der Veranstaltung lautet "Hass du was dagegen".
Ursprung des Christopher Street Day - selbst viele der unter Drogeneinfluss wild tanzenden Schwulen und Lesben wissen das nicht - sind die Polizeirazzien gegen Homosexuelle in New Yorks Christopher Street im Juni 1969. Seit damals gilt der Protest schwul-lesbischer Diskriminierung im Alltag. Neben der Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ist der Umgang mit und Kampf gegen Aids seit Jahren Dauerthema der Veranstaltung.
Der Christopher Street Day wird weltweit an zahlreichen Orten begangen, wobei die Veranstaltungen in den USA und Australien nach wie vor die wichtigsten darstellen. Von den europäischen Zentren hat sich Berlin die Vormachtstellung erobert, rund eine halbe Million Menschen werden dieses Jahr 49 bunt geschmückte Festwagen auf ihrem Weg Richtung Siegessäule begleiten. Das diesjährige Motto "Hass du was dagegen", schrille Kostüme und laute Techno Musik stehen im Mitttelpunkt der Veranstaltung. Das in diesem Jahr besonders umfangreiche Kulturprogramm mit über 130 Veranstaltungen machte eine Umbenennung von "Pride Week" in "Berlin Pride" notwendig - alles in einer Woche zu bündeln war schlicht und einfach nicht mehr möglich. An der Siegessäule angekommen wurden der frühere Generalbundesanwalt Manfred Bruns und die Anwältin Maria Sabine Augstein-Gukemadurch für juristische Meilensteine auf dem Weg zu einer Gleichstellung homosexueller Partnerschaften ausgezeichnet.
Zentrale Botschaft der Parade 2008 ist Hass und Gewalt im Zusammenhang mit Homosexualität. Insbesondere die offensichtlich zur Schau gestellte Diskriminierung in zahlreichen osteuropäischen Ländern (der schwachsinnige Grandprix lässt grüßen...) wurde diskutiert. Auch in Deutschland gebe es zunehmend Hass, auf Straßen und Schulhöfen stehe das Wort "schwul" für "nicht in Ordnung" schlechthin. Richtigerweise wiesen die Veranstalter aber auch daraufhin, dass das Motto natürlich auch für alle Schwulen und Lesben zu gelten hat. Auch hier gibt es jede Menge Vertreter, die den eigenen Lebenssstil für vollkommen und undiskutierbar halten und alles "Andersartige" grundsätzlich ablehnen. Dem ist an sich nichts hinzuzufügen...