Eine der symphatischsten Schauspielerinnen der letzten Jahrzehnte ist am vergangenen Dienstag im Alter von 84 Jahren im Kreise ihrer Familie gestorben: Estelle Getty, die bekannt wurde als Sophia Petrillo in der Serie "Golden Girls".
Die US-Schauspielerin war für ihre Rolle in den "Golden Girls" - die Serie erfreut sich insbesondere in homosexuellen Kreisen eines Kultstatus - siebenmal für den Emmy nominiert. Im Jahre 1988 gewann sie den wichtigsten amerikanischen Fernsehpreis, zwei Jahre zuvor bereits bekam sie den "Golden Globe".
Die Wurzeln von Estelle Scher - so ihr Geburtsname - liegen in Europa. Als Tochter eines polnisch-jüdischen Einwandererehepaares heiratete sie 1947 einen gewissen Hernn Gettleman, der ihrem Vater in dessen Glaswarengeschäft nachfolgte. Von seinem Namen leitete sie denn auch ihren Künstlernamen Getty ab. Sie machte eine Schauspielausbildung und konnte recht schnell erste Erfolge verbuchen. Internationale Bekanntheit brachte aber erst die Darstellung der schrulligen Sophia Petrillo in den "Goldenen Mädchen". Die Serie wurde während der Jahre 1985 bis 1992 in den USA gedreht und entwickelte sich zu einem weltweiten Renner. Getty stand im Zentrum einer aus vier Frauen bestehenden Wohngemeinschaft und versprühte hierbei in allen Lebenslagen eine ganz besondere Mischung aus Humor, Sarkasmus und Lebenserfahrung. Nicht ganz so erfolgreich war die Nachfolgeserie "Golden Palace", gedreht während der Jahre 1992 bis 1993. Die Rolle der Sophia fand noch Fortsetzungen in den Serien "Empty Nest" und "Nurses".
Abseits des Serienrummels konnte die resolute Dame auch in mehreren Spielfilmen überzeugen. Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise "Stuart Little" und "Stop! Oder meine Mami schießt!". Die vermeintliche Parkinsonerkrankung der großen Schauspielerin im Jahre 2000 stellte sich später als Lewykörperchen Demenz heraus. Die letzten Jahre verbrachte sie zurückgezogen in ihrem Haus in Los Angeles.