Auch Blaublütige benehmen sich manchmal daneben, dies ist bekannt, deutsche Adlige stehen ihren europäischen "Leidensgenossen" hier kaum nach. Prinz Harry von England muss nach seiner rassistischen Entgleisung vom Januar nun aber gar zu einem Anti-Diskriminierungskurs antreten. Zudem bekommt der Sohn der unvergessenen Diana einen Eintrag in seine Akte.
Die ganze Geschichte hat ihren Ursprung im Januar diesen Jahres, als bekannt wurde, dass der Dritte der britischen Thronfolge einen Kameraden beim Militär mit dem Ausdruck "Paki" bezeichnet hatte. Die Beleidigung an sich datiert bereits aus dem Jahr 2006 und wurde mittels eines selbstgedrehten Videos der Nachwelt erhalten. Wie sich auch für Nicht-Engländer erahnen lässt wohnt diesem Begriff ein mehr als negativer Unterton bei, in rechtsradikalen Kreisen wird er gerne benutzt um die in Großbritannien recht große pakistanische Bevölkerungsgruppe entsprechend abzuwerten.
Außer einem Eintrag in seiner Militärakte erwartet Prinz Harry nun ein Anti-Diskriminierungskurs beim Militär. Sinn und Zweck dieses Spezialtrainings ist eine verbesserte Sensibilisierung beim 24-Jährigen im Hinblick auf eventuell beleidigende und verletzende Sprachbestandteile zu erreichen. Genauere Angaben zu den erzieherischen Maßnahmen wurde von Seiten des Verteidigungsministeriums keine gemacht, lediglich der Abschluss der Prüfung des Falls durch die Armee wurde bekanntgegeben.
Der Fall erregte in England recht großes Aufsehen, Politiker jedweder Couleur verurteilten die Äußerungen scharf. Tory Chef David Cameron sprach von "inakzeptabel", Vertreter muslimischer Verbände und Briten pakistanischer Herkunft unterstrichen den beleidigenden Charakter des Ausdruckes. Der Vater des Betroffenen, inzwischen Hauptmann der pakistanischen Armee, drückte seine Verletzung durch das "Hasswort Paki" aus.