Dass heute abend wieder einmal der alljährliche unsägliche Sangeswettstreit vollkommen unbekannter europäischer Künstler stattfindet ist bekannt. Nur findet er dieses Jahr in Moskau statt und die russische Regierung ist der großen schwulen Grand-Prix-Fangemeinde gar nicht wohl gesonnen...
Kaum ist der ebenfalls an Lächerlichkeit kaum zu überbietende DSDS-Quatsch überstanden lauert das nächste Highlight. Wie jedes Jahr versuchen ein paar Möchtegern-Künstler ihren "Besten" zu küren, absoluter Höhepunkt ist der große Vote zum Schluss, wenn sich die zahlreichen Nachbarn die Punkte gegenseitig zuschachern. Über Geschmack lässt sich bekanntermaßen nicht streiten und so hat der Grand-Prix durchaus eine große Fangemeinde, dies insbesondere unter Homosexuellen. Der Grund hierfür ist dass ein gewisser Teil der Schwulen und Lesben glamouröse Veranstaltungen liebt, die Beerdigung von Queeen Mom passt genauso in diesen Reigen wie der europäische Schlagercontest.
Nun findet die Veranstaltung dieses Jahr in Moskau statt, da Russland letztes Jahr den Wettbewerb gewonnen hatte. Bekanntermaßen steht die russische Regierung Homesexualität sehr kritisch bis freindselig gegenüber, insofern sind die aktuellen Vorkommnisse auch durchaus zu erwarten gewesen. Die russische Bereitschaftspolizei hat am heutigen Samstag denn auch eine Schwulen-Demonstration im Handumdrehn aufgelöst, da sie von den städtischen Behörden nicht genehmigt worden sei. Dabei wurden etwa 30 teilnehmenden Aktivisten verhaftet. Die Demonstration richtete sich gegen die russische Einstellung gegenüber Homosexuellen im Allgemeinen, zu hören waren Slogans wie "Schwulenfeindlichkeit ist eine Schande für dieses Land!" oder "Wir fordern gleiche Rechte!". Unter den Aktivisten waren gleichermaßen Ausländer wie Einheimische, auch die bekannten russischen Führer der Homosexuellen-Lobby Nicolai Alexejew und Ksenia Prilebskaja gehörten dazu.
"Slavic Pride" sollte das Motto der Demonstration lauten, doch der Stolz der Bewegung wurde schnell unterbunden. Die Reaktionen in Deutschland entsprechen der Erwartung, unter anderem sprach der Grünen-Politiker Volker Beck (wer sonst?) von einem "Skandal" und dass nun "Zivilcourage gefragt" sei. Auch einige Künstler haben einen Auftrittsboykott angedroht sollte die aufgelöste Kundgebung nicht stattfinden können.
Nun denn - weit scheint es mit der Demokratie in Russland also noch nicht her zu sein, der Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow ist jedenfalls der Überzeugung, dass Homosexualität "teuflisch" sei. Vielleicht sollte man ihn mal auf die Schultoiletten von Si Sa Ket schicken...